Geschrieben von: Bogomir Feinstein   

Investmentidee aus Schwaben: Iridium in Würfelform

Iridium

Nichts ist mehr sicher vor Fälschern. Sogar mit vermeintlichen Goldbarren werden Anleger betrogen. Das brachte den Reutlinger Juwelier und Goldschmied Stefan Lachenmann auf eine Idee: Er bietet Würfel aus Iridium als fälschungssichere Kapitalanlage an. Der Preis für dieses wenig bekannte Edelmetall ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Das mit der Ausnahme von Osmium seltenste und nur sehr eingeschränkt auf den internationalen Finanzmärkten gehandelte Platinmetall ist Iridium.

Von diesem Metall werden pro Jahr nur etwa vier Tonnen, vorwiegend in Südafrika, produziert. Das Metall wird überwiegend in der Chemie- und Elektronikindustrie genutzt. Wer in dieses Edelmetall investieren möchte, kann es bei Juwelier Lachenmann in Reutlingen kubikzentimeterweise erstehen.

Er bietet unter dem Namen „Iridium Cube“ (www.iridium-cube.de) Würfel aus Iridium an. Diese haben jeweils ein Volumen von einem Kubikzentimeter. Die Idee hatte Lachenmann während eines Vietnam-Aufenthalts, als er in einem Geschäft vor einer Phalanx gefälschter Luxusarmbanduhren stand. „Ich war erstaunt über die Qualität dieser Fakes. Und ich wurde nachdenklich. Wenn es offenbar heute schon möglich ist, Luxusuhren in solcher Perfektion nachzubauen, dass selbst ein Fachmann sehr genau hinschauen muss, um die Fälschungen zu erkennen, dann dürfte es erst recht kein Problem sein, Geldscheine in höchster Vollendung zu fälschen“, sagte Lachenmann im Gespräch mit www.kapitalanlage-sachwerte.de

Sogar Goldbarren würden manipuliert: „Zum Beispiel kann sich in einer goldenen Hülle Wolfram befinden“. Den Sinn der Gewichtseinheit Unze kann Lachenmann bis heute nicht nachvollziehen. „Im Periodensystem werden alle Elemente – also auch die Edelmetalle – in ihrer Dichte angegeben, sprich: Gewicht pro Kubikzentimeter. Stellt man nun einen Würfel aus einem Edelmetall mit der exakten Kantenlänge von einem Zentimeter her, kann man ihn durch Messen und Wiegen an seiner individuellen Dichte überall auf der Welt eindeutig identifizieren“.

Dass Lachenmann seine Idee zunächst mit Iridium umsetzte, hat einen einfachen Grund: Dieses Metall ist das schwerste, natürlich vorkommende Element (22,65 Gramm pro Kubikzentimeter). Würden sich im Inneren des Würfels andere Metalle verbergen, wäre er leichter – und als Fälschung entlarvt. Ein höheres Gewicht kann er nicht aufweisen, da es kein Element gibt, das schwerer ist. „Natürlich lassen sich solche Würfel auch aus Gold und Silber herstellen. Für mich ist der Ein-Kubikzentimeterwürfel eine intelligente Alternative zur Unze, die aus meiner Sicht ebenso wenig Sinn macht wie die Maßeinheit Barrel beim Erdöl“.

Allerdings muss der Investor schon etwas tiefer in die Tasche greifen, denn der Preis von Iridium ist von Anfang Februar 2010 bis Ende Mai 2010 um mehr als 90 Prozent gestiegen, weit mehr als jedes andere Edelmetall!

Bilder: Stefan Lachenmann

 
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