| Geschrieben von: Andrea Przyklenk | |||
Rar und teuer: Rohstoffe bergen noch viel Potenzial
Egal, ob es sich um Erdöl, Edel- oder Industriemetalle handelt: Rohstoffe werden knapper. Sie werden teuer gehandelt und sind doch – abgesehen von Gold -, als Anlageklasse nicht im Fokus der Anleger. „Rohstoffe sind endlich. Daraus beziehen sie ihre Wachstumsidee“, sagt Armin Eiche, bei der Deutschen Bank in Stuttgart für den Bereich Private Wealth Management zuständig. „Rohstoffe (Commodities) verhalten sich nicht unbedingt analog zum Aktienmarkt. Deshalb eignen sie sich besonders gut zur Diversifikation und Risikoabsicherung. Meiner Meinung nach gehören sie in fast jedes Portfolio.“ „Gold erfordert eine differenzierte Betrachtung“, so Eiche. Das Edelmetall sei angesichts stark schwankender Märkte im Moment ein großes Thema. Allerdings werfe es keine Dividende ab. Der Run aufs glänzende Metall sei auch damit zu erklären, dass es keine risikolose Alternative gebe, und sicherlich sei es für manche Leute ein beruhigendes Gefühl, mit Gold einen „Wert zum Anfassen“ im Tresor zu haben, sofern das Edelmetall als Barren, Münze oder Schmuck erworben werde und nicht als Zertifikat oder Minen-Aktie. Seit Ende 2009 ist der Goldpreis um mehr als ein Viertel gestiegen. Vor allem in den letzten Wochen hat sich der Höhenflug beschleunigt. Silber ist ebenfalls nach wie vor gefragt. Hinter dem Run steckt sicherlich auch die Angst vor einem Abwertungswettlauf am Devisenmarkt. In Aktien-Fonds endlicher Rohstoffe investieren - Commodities
Alternativen zum GoldAuch durch die Beimischung anderer Metalle und Agrar-Rohstoffe lasse sich das Risiko im Depot reduzieren, macht Eiche geltend. Rohstoff-Fonds zum Beispiel seien von der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht so betroffen gewesen wie andere Aktien-Fonds. Eine weitere Möglichkeit sei die Anlage in Aktien der Rohstoff erzeugenden Unternehmen. Viele dieser Firmen hätten ihren Sitz in den Emerging Markets und damit ein doppeltes Potenzial. Allerdings müsse man sich dafür sowohl mit dem Land als auch dem betreffenden Unternehmen genau befassen. „Daran scheitern viele Anleger“, sagt Eiche. „Für die Auswahl ist am besten ein Spezialist vor Ort gerüstet“. Ähnliche Stabilität wie Gold wird auch Agrarland- oder Immobilieninvestments zugeschrieben. Wer auf handfeste Werte setzt, sollte sich laut Eiche auch einmal Fonds anschauen, die in landwirtschaftliche Flächen investieren: „Diese Fonds kaufen große Agrarflächen auf und partizipieren an der Rendite, die damit erwirtschaftet wird.“ Alles in allem seien auch Agrar-Rohstoffe ein Markt, der durchaus gute Gewinn-Chancen biete.
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