Geschrieben von: Michael Brückner   

Worauf der Diamant-Investor achten sollte

Diamant-Investor

Wenn es im Portfolio funkeln soll, muss der Investor beim Diamantenkauf aufpassen. Bei Diamanten als Kapitalanlage kommt es nicht nur auf Farbe, Schliff, Gewicht und Reinheit an. Oft ist die Wertentwicklung von der Qualität des Zertifikats abhängig. Drohende Staatspleiten, wackelige Banken, zunehmende Inflationsgefahren, ein ständiges Auf und Ab an den Börsen: Viele Anleger setzen in diesen turbulenten Zeiten auf Sachwerte.

Gold bleibt dabei die erste Wahl, obgleich der Preis für das gelbe Edelmetall in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen ist. Doch was ist von Diamanten als Kapitalanlage zu halten?

Anlageberater und Verbraucherschützer sind skeptisch – und das aus guten Gründen:

  • Es gibt nach wie vor viele schwarze Schafe am Markt, die ahnungslosen Kunden am Telefon synthetische Steine verkaufen.
  • Selbst wenn es sich um echte Steine von akzeptabler Qualität handelt, werden den Kunden oft völlig überzogene Preise abverlangt.
  • Es gibt bei Diamanten keine ständig aktualisierte und verbindliche Preisfeststellung wie etwa beim Gold-Fixing. Wer einen Diamanten verkauft, bekommt immer nur das, was der Käufer zu zahlen bereit ist

Auf der anderen Seite wäre es ein Fehler, Diamanten als Kapitalanlage in Bausch und Bogen abzulehnen. Tatsächlich haben sich die Preise für diese Kristalle aus reinem Kohlenstoff – nichts anderes sind Diamanten – in den zurückliegenden hundert Jahren mit Ausnahme des Crashs im Jahr 1980 als recht stabil erwiesen.

Diamanten-Markt

Der Diamanten-Markt funkelt wieder

Der durchschnittliche Diamant-Preis, der auf der Basis von verschiedenen Größen und Qualitäten ermittelt wird, hat sich zwischen 1982 und Anfang 2009 etwa verdreifacht. Dann kam die weltweite Finanzkrise und wirbelte auch den Diamanten-Markt durcheinander. Gegenüber dem Höchststand im Jahr zuvor fielen die Diamant-Preise Anfang 2009 um 30 Prozent und mehr. De Beers, größtes Unternehmen am Rohdiamantenmarkt, fuhr als Reaktion auf diese Entwicklung die Produktion in seinen Minen drastisch zurück und geriet vorübergehend in eine existenzbedrohende Krise.

Mittlerweile funkelt der Klunker-Markt aber wieder verheißungsvoll. Die Preise für Rohdiamanten sind deutlich gestiegen. Die Nachfrage vor allem aus Indien ist groß. Grund: Die dortigen Banken versorgen die Diamant-Schleifer mit sehr günstigen Krediten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die Preise für geschliffene Diamanten wieder zulegen.

Vor allem aber: Ein Diamant ist die diskreteste und mobilste Form der Geldanlage. Wer 50.000 Euro anlegen möchte, kann entweder zwei Kilobarren Gold erwerben - oder einen lupenreinen Eineinhalb-Karäter von bester Qualität. Der wiegt gerade einmal 0,3 Gramm.

Die 4C als Werttreiber

Über den Wert und das Wertsteigerungspotenzial entscheiden die oft zitierten 4C:

  1. Colour (Farbe): Ein Anlagediamant sollte „River“ oder „Top Wesselton“ sein (Klassifikation D,E,F oder G).
  2. Carat (Gewicht): Lieber wenige große als viele kleine Steine kaufen. Empfehlung: Erst in Steine ab 0,5 Karat investieren.
  3. Clarity (Reinheit): am besten lupenrein (IF) oder mit winzigen Einschlüssen (VVS I oder VVS II), sehr kleine Einschlüsse (VS I oder VS II) sind noch akzeptabel.
  4. Cut: Gängige Schliffformen lassen sich besser wieder verkaufen als Exoten (Empfehlung: Brillant-, Smaragd-, Princess- oder Ovalschliff).
  5. Wichtig: Seit kurzem gilt der "Cut grade" mit seinen Kriterien Finish, Polish und Symmetrie als weiterer wertbestimmender Parameter - sozusagen das 5. "C".
    Der Diamant-Investor sollte außerdem unbedingt auf ein Zertifikat von einem renommierten Institut achten. Weltweit anerkannt sind:

    • GIA (USA)
    • IGI (Belgien)
    • HRD (Belgien)

    Diese Zertifikate geben unter anderem Auskunft über die vier erwähnten “C”, über Durchmesser und Höhe des Diamanten sowie über seine Proportionen.

    Wichtig: Nur bei Juwelieren und Händlern kaufen, die seit vielen Jahren am Markt sind und seriös arbeiten. Eine einfache Recherche über die Internet-Suchmaschinen bringt oft schon wichtige Anhaltspunkte.

    Vorsicht: Fiskus!

    Bleibt der Wermutstropfen „Steuern“: Wer Diamanten kauft, muss 19 Prozent Mehrwertsteuer berappen. Ein deutlicher Nachteil gegenüber steuerfreien Goldbarren und goldenen Anlagemünzen. In der Schweiz zahlt der Diamant-Investor nur 7,8 Prozent (ab 1.Januar 2011: 8 Prozent), in Dubai und Hongkong wird gar keine Steuer fällig. Steuerehrliche Menschen dürfen dann aber den Stein nicht nach Deutschland mitbringen – es sei denn, sie zahlen hier die Mehrwertsteuer nach.

    Fazit: Wer vom Feuer kostbarer Diamanten begeistert ist, kann einen geringen Teil seines Vermögens durchaus langfristig in diese Steine investieren. Er muss aber wissen, was und wo er kauft.

    Bilder: Panthermedia

 
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