Geschrieben von: Michael Brückner   
Gold und Öl

Jetzt kommt die Inflation auf Touren

Liebe Leserin, lieber Leser,

freuen Sie sich auch über Europas Schuldenkrise? Schließlich sei das ein gutes Geschäft, wollen uns Regierungen, ihnen nahestehende Ökonomen und unkritische Mainstream-Medien weismachen. Am Ende nämlich profitierten die Deutschen von den hohen Zinsen, die von den Pleitestaaten zu zahlen sind, wenn sie an frisches Geld kommen wollen. Die Wahrheit aber sieht anders aus: „Wir sollten uns damit abfinden, dass Griechenland und Irland pleite sind“, stellt lapidar, aber zutreffend der renommierte Ökonom Clemens Fuest fest. Es wird daher wohl zu einer Umschuldung kommen.

Die Regierung Merkel versucht zwar, eine solch höchst unpopuläre Entscheidung über den Termin der baden-württembergischen Landtagswahl hinauszuschieben, doch spätestens in den Tagen danach könnte die Euro-Rettung dann richtig viel Geld kosten. Muss nämlich der Euro-Stabilitätsfonds (EFSF) griechische oder irische Staatsanleihen mit deutlichen Abschlägen ankaufen, bleibt es nicht länger bei Garantien oder Bürgschaften.


Portugal hat eine wichtige Wahl bereits hinter sich: Der liberal-konservative Staatspräsident wurde in seinem Amt bestätigt, der sozialistische Regierungschef hingegen erlitt eine bittere Niederlage. Jetzt dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Portugal unter den Euro-Rettungsschirm schlüpft. Und der nächste Pleitekandidat steht schon vor der Tür: Belgien hat die dritthöchsten Schulden aller Euro-Länder, aber seit Monaten keine handlungsfähige Regierung. Die Rating-Agentur Standard & Poors drohte bereits mit Herabstufung. „Es darf keine Regierung um jeden Preis geben“, gab der Chef der französischsprachigen Sozialisten, Elio di Rupo, zu Protokoll. Volltreffer. Das reklamieren wir auch für Deutschland. Einen Außenminister Westerwelle hat niemand verdient.


Stimmt die Wahrnehmung der Bürger mit den Befunden von Politikern oder Statistikern nicht mehr überein, gibt es dafür seit Jahren eine scheinbar plausibel klingende Erklärung: In der Regel sind in diesen Fällen Gefühle im Spiel. Wenn ein eisiger Nordwind durch die Straßen fegt und die Menschen über sibirische Temperaturen klagen, während die Meteorologen noch von erträglichen einstelligen Minusgraden sprechen, dann handelt es sich bei der Wahrnehmung der frierenden Zeitgenossen eben um „gefühlte Temperaturen“. Weniger charmant ausgedrückt: alles Einbildung. Und wenn die deutschen Stromerzeuger zum Jahresbeginn die Tarife im Schnitt um sieben Prozent erhöhten, die Preise für Butter und Gemüse in die Höhe schnellen und der Autofahrer für eine Tankfüllung immer tiefer in die Tasche greifen muss, dann handelt es sich allenfalls um eine „gefühlte Teuerung“. Denn auch wenn die Inflationsrate in den vergangenen Monaten etwas gestiegen sei, so herrsche doch in Deutschland weitgehend Preisstabilität. Das erzählt man uns immerhin unablässig.

Aber es gibt auch andere, realistischere Stimmen. Von „galoppierender Inflation“ ist plötzlich die Rede. In diesem Fall steigen die Preise im zweistelligen Prozentbereich. Anton Börner, Präsident des Außenhandelsverbands BGA, rechnet in den kommenden Jahren mit einer Geldentwertung zwischen vier und sechs Prozent, will jedoch sogar Inflationsraten von zehn Prozent und mehr nicht ausschließen. Damit steht er nicht allein. Guido Hülsmann, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Angers (Frankreich) und Senior Fellow am Ludwig-von-Mises-Institute in Alabama (USA), geht als Folge der offensiven Geldpolitik der Notenbanken ebenfalls von zweistelligen Inflationsraten aus.


Aber selbst wenn es mittelfristig bei einer Inflationsrate von im Schnitt vier Prozent p.a. bleibt, sollte man die Folgen nicht unterschätzen: Wer heute 30.000 Euro in den Tresor legt, ist in diesem Fall nach zehn Jahren um fast 10.000 Euro ärmer. Normalerweise würde die Europäische Zentralbank nun die Zinsen erhöhen. Doch davor wird sie einstweilen zurückschrecken, denn ein solcher Schritt würde die von der Pleite bedrohten Staaten Griechenland, Portugal und Irland noch tiefer in die Krise reißen.


„Banken-Crash – Wenn Geldinstitute zu Pulverfässern werden“ lautet der Titel meiner neuen, brisanten Recherche, die Ende Februar in Buchform erscheinen wird. Darin werden die wichtigsten Banken-Crashs der Geschichte spannend erzählt und die Ursachen unter die Lupe genommen. Außerdem analysiere ich, wie es zur jüngsten Finanzkrise kommen konnte – und weshalb die Misere noch längst nicht ausgestanden ist. Die Studie umfasst circa 100 Seiten (Schutzgebühr: 10 Euro + 2 Euro Versand). Sichern Sie sich schon jetzt Ihr signiertes Exemplar (Rechnungsstellung bei Lieferung): Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Entspannte närrische Zeiten wünscht Ihnen aus Mainz

Ihr Michael Brückner

 
nach oben

Bookmark

Kapitalanlage - Sachwerte unter Favoriten speichern.

Diamant Invest

Investment-Tipp: Juwelsteine bringen Glanz ins Portfolio

Gold und Silber sind so teuer wie nie. Mancher Anleger schaut sich daher nach alternativen Sachwerten um. Immer stärker geraten dabei Edelsteine in den Fokus. Die „fabelhaften Vier“ (Diamanten, Rubine, Saphire und Smaragde) sind in guter Qualität immer schwieriger zu bekommen. Deutliche Preisschwankungen scheinen damit programmiert. Juwelsteine – wie sie in Abgrenzung zu den deutlich billigeren Schmucksteinen genannt werden – gehören wie Gold und Silber zu einer krisenfesten Finanzarchitektur. Aber: Der Investor muss wissen, wo und was er kauft.

Weiter: Investment Juwelsteine...

Wer ist online

Wir haben 12 Gäste online

Anlageformen

Online-Journal - Buchempfehlung

Spuhrensuche - Uhrenbuch

Auf SpUHRENsuche: Viertes Uhrenbuch von Michael Brückner

Zur Recherche seines vierten Uhrenbuches war Michael Brückner wieder viel unterwegs. Er besuchte Ateliers und Manufakturen von Hamburg (Juwelier Heinecke) bis Regensburg (Damasko), von Saarbrücken (Nivrel) bis Glashütte (Nautische Instrumente Mühle), von Berlin (Mola Watches) bis Mannheim (Lottermann & Söhne), von Kalbe in Sachsen-Anhalt (Dornblüth) bis Bielefeld (Sothis).

Weiter: SpUHRENsuche...