Geschrieben von: Michael Brückner   
Euro

Von Euro-Tricksern und Uhren-Zockern

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Euro werde gerettet, was immer es auch kosten mag. So tönte vor über einem Jahr EU-Währungskommissar Olli Rehn. Das sollte die Märkte beeindrucken und den Spekulanten, die auf einen baldigen Kollaps der Währungsunion setzten, mächtig Angst machen. Gewirkt hat diese vermeintliche Therapie allenfalls kurzfristig, denn die Hiobsbotschaften aus den Schuldenstaaten reißen nicht ab. Ende April mussten für zweijährige griechische Staatsanleihen sage und schreibe 25 Prozent Zinsen gezahlt werden – ein Rekord innerhalb der Europäischen Währungsunion. Zuvor hatte die Regierung in Athen das Haushaltsdefizit für 2010 von 9,6 auf 10,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) korrigieren müssen.

Das sei „nicht so schlimm“, ließ Präsident Giorgos Papandreou verlauten. Und im Grunde hat er sogar Recht. Was realistische Beobachter schon vor einem Jahr vorhersagten, scheint nun unmittelbar bevorzustehen: Das Land der Hellenen ist faktisch zahlungsunfähig und bekommt trotz massiver Hilfen aus den Nachbarländern kaum noch frisches Geld an den Märkten. Da kommt es auf ein paar Prozentpunkte mehr oder weniger Schulden nicht an. Der Ausweg: eine Umschuldung. Spätestens dann ist es vorbei mit dem Märchen, Deutschland müsse ja lediglich für die milliardenschweren Griechenland-Hilfen bürgen. Kommt es zum unausweichlichen Kollaps Griechenlands, werden die deutschen Steuerzahler in der einen oder anderen Weise vom Fiskus zur Kasse gebeten.

Während sich die Situation in Griechenland dramatisch zuspitzt, sind auch Portugal und Irland noch längst nicht über dem Berg. Spanien und Belgien bleiben potenziell gefährdet. Wie geht es nun weiter? Ist der Weg in die Transferunion unausweichlich? Dann sollten sich gerade die Bundesbürger auf einiges gefasst machen.

Richtig ist aber auch: Nicht der Euro in seiner ohne Frage sehr praktischen Funktion als Gemeinschaftsgeld trägt Schuld an der im vergangenen Jahr ausgebrochenen Krise innerhalb der Währungsunion, sondern die unsolide Haushaltspolitik der an ihr beteiligten Nationen. Eine solche Entwicklung war aber vorauszusehen – und an Mahnungen und Warnungen hat es schon Jahre vor der Euro-Einführung nicht gemangelt. Im Frühsommer 1996 schrieben etwa die Research-Experten der Commerzbank: „Der termingerechte Eintritt in die Währungsunion wird nicht an unzureichender Erfüllung der finanzpolitischen Kriterien scheitern. Die Verträge von Maastricht ermöglichen eine großzügige Auslegung“. Wie großzügig sie letztlich ausgelegt wurden, belegt nicht zuletzt die Aufnahme von Griechenland in die Europäische Währungsunion. Den Brüsseler Spitzenbeamten dürfte sehr wohl klar gewesen sein, dass die Hellenen nur dann eine reale Chance auf Einführung des Euro hatten, wenn sie ihre Staatsfinanzen massiv schönten.

Rückblende: Im Herbst 1993 lag Spannung in der Luft. Die Zustimmung des Bundesverfassungsgerichts zu den Verträgen von Maastricht, die der Einführung der Gemeinschaftswährung zugrunde lagen, hatte lange Zeit als reine Routinesache gegolten. Nun war das Plazet aus Karlsruhe plötzlich alles andere als sicher. Außergewöhnlich lang hatten sich die Richter mit der Prüfung der Angelegenheit beschäftigt. Dann, am 12. Oktober 1993, das Urteil: Grünes Licht für die Verträge von Maastricht, sie waren nach Ansicht der Richter verfassungskonform. Auch die Sparer und Anleger durften aufatmen, denn das Verfassungsgericht räumte der Stabilität absolute Priorität ein. So entschieden die Richter, die Entscheidung für den Übergang zur dritten Stufe der Währungsreform – und damit zur Einführung des Euro – könne nur „auf der Grundlage erwiesener Stabilität, des Gleichlaufs bei den wirtschaftlichen Grunddaten und erwiesener dauerhafter haushalts- und finanzpolitischer Solidität getroffen werden“. Von diesen Prämissen freilich konnte keine Rede sein, als die Europäer später mit der Gemeinschaftswährung zwangsbeglückt wurden. Dass die Zusammenführung von starken und schwachen Ländern unter dem Dach einer Währungsunion zu Spannungen führen würde, war den meisten Ökonomen und wohl auch den ökonomisch vorgebildeten Politikern bekannt.


„Uhren als Kapitalanlage“ lautet der Titel eines Buches, das ich im Jahr 2007 auf den Markt brachte. Mittlerweile ist es ausverkauft und nur noch als e-Book erhältlich. Wer meinen seinerzeitigen Empfehlungen rechtzeitig folgte, darf sich freuen. Denn die Zeitmesser der großen Marken aus der Schweiz und Glashütte sind in jüngster Vergangenheit für Normalverdiener schlichtweg unbezahlbar geworden. Selbst das Rolex-Einsteigermodell Explorer II kostet mittlerweile 6100 Euro.

Grundsätzlich bleibe ich aber bei meiner Empfehlung: Wertsteigerungspotenzial bergen nur Zeitmesser der Marken Patek Philippe, Rolex sowie A. Lange & Söhne. Alte Fliegeruhren von IWC sowie gesuchte Modelle von Audemars Piguet und Panerai erscheinen ebenfalls interessant. Vereinzelt erzielen auch alte Navitimer von Breitling gute Verkaufsresultate. Alle anderen Marken sind aufgrund der starken Nachfrage aus Asien und der hohen Edelmetallpreise maßlos überteuert. Mit solchen Zeitmessern kann man eigentlich nur Verluste einfahren, weil ein großer Teil des Kaufpreises in fragwürdige Marketingaktivitäten fließt. Schauspieler und Sportler präsentieren grinsend Uhren der Marke X oder Y (oder Alpha bis Omega...), stopfen sich die Taschen voll – und der arglose Uhrenfreund soll’s zahlen.

Noch schlimmer ist aber das, was sich manche Hersteller erdreisten: Sie verkaufen angebliche Luxusuhren mit „chinesischem Innenleben“. Eine deutsche Marke, die sich sogar als Manufaktur bezeichnet, obwohl sie nur Werke ib Gehäuse einschalt, brachte vor einiger Zeit eine limitierte „Luxusuhr“ zum Preis von rund 4500 Euro auf den Markt. Im Inneren tickte ein Werk aus China. Für dessen Gegenwert erhielte man gerade einmal ein Mittagessen in einem mittelprächtigen Restaurant.

Nichts gegen Werke aus China. Die dortigen Hersteller bringen beachtliche Qualitäten auf den Markt. Wer aber China-Werke einschalt, sollte seinen Kunden reinen Wein einschenken – und einen angemessenen Preis verlangen. Besagtes Uhrwerk wird übrigens auch in einige russische Uhren eingebaut. Die bekommt man für ein paar hundert Euro!


Zurück zu den Seriösen der Branche: Der Unternehmer und Uhrenkenner J. Michael Mehltretter hat ein sehr lesenswertes und faktenreiches Buch zur Wertentwicklung von Uhren der Nobelmarke Patek Philippe auf den Markt gebracht (Kultobjekt & Wertanlage, erschienen im Heel-Verlag, 89,90 Euro). Das reich illustrierte, grossformatige Buch hat das Zeug zum Standardwerk.


Farbedelsteine stehen wieder hoch im Kurs. Wir berichten auf dieser Seite regelmäßig über diese unterschätzte Form der Kapitalanlage. Besonders gefragt: Smaragde von hoher Qualität. Vor allem indische Händler kaufen, was das Zeug hält. Die Preise für wirklich edle Steine dürften in den nächsten Monaten davonziehen, denn das Angebot wird extrem knapp. Die an der Londoner Börse notierte Firma Gemfields erlöste bei ihrer Auktion im letzten Dezember in Johannesburg mit Top-Smaragden einen Umsatz von 19,6 Millionen US-Dollar. Bei der Februar-Auktion waren sehr gute Qualitäten kaum noch zu bekommen. Falls Sie an einem Edelstein-Investment interessiert sind, mailen Sie uns kurz. Als Leser unserer Seiten teilen wir Ihnen unverbindlich vertrauenswürdige Adressen mit, wo Sie zurzeit noch hervorragende Qualitäten zu fairen Preisen erhalten. Ob Sie mit dem Händler dann Kontakt aufnehmen, bleibt allein Ihnen überlassen. Wir geben keine Adressen weiter und vermitteln als Redaktionsbüro grundsätzlich auch keine Geschäfte.

Einen schönen Wonnemonat wünscht Ihnen

Ihr Michael Brückner

 
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