| Geschrieben von: Michael Brückner | |
Wenn Schuldenberge die Demokratie gefährdenLiebe Leserin, lieber Leser, die Fußballweltmeisterschaft scheint nicht nur eine euphorisierende, sondern zugleich auch eine narkotisierende Wirkung zu haben. Wer denkt in diesen Zeiten noch an die Euro-Turbulenzen, an die gigantischen Staatsschulden und an die politischen Erschütterungen, die Europa erfasst haben? Im Schlepptau der Wirtschaftskrise drohen der Europäischen Union nämlich unruhige Zeiten. Der fast schon mitleiderregende Zustand der Berliner Regierungskoalition, die dramatischen Wahlergebnisse in Belgien, den Niederlanden und Ungarn sowie die Instabilität in Spanien und Griechenland lassen einen heißen Herbst befürchten. Bemerkenswert, was EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso unlängst gegenüber Gewerkschaftsvertretern äußerte. Er warnte vor einem Scheitern der Demokratie und Militärregierungen in Spanien, Griechenland und Portugal. Jason Groves berichtete hierzu in der Daily Mail: „Democracy could collapse in Greece, Spain and Portugal unless urgent action is taken to tackle the debt crisis, the head of the European Commission has warned“. Kein Wort davon in den deutschen Medien, aber die sind derzeit eben mit Klose, Schweinsteiger und Podolski beschäftigt. Auch der Blick über den Atlantik lässt kaum Anzeichen für eine entschlossene politische Führung erkennen, sieht man von markigen Sprüchen einmal ab. Zwischen dem „Yes, we can!“ im Wahlkampf des Präsidentschaftskandidaten Obama bis zum „No, we can’t“ des amtierenden Präsidenten angesichts der Ölkatastrophe liegen gerade einmal eineinhalb Jahre. Die Finanzkrise hat übrigens ihre guten Seiten, jedenfalls für alle, die demnächst eine Immobilie kaufen möchten. Anleger suchen derzeit größtmögliche Sicherheit für ihr Geld und investieren verstärkt in deutsche Staatsanleihen. Das wiederum drückt auf die Zinsen. Da sich die Banken über Anleihen refinanzieren, ist auch Baugeld derzeit ausgesprochen billig. Für ein Darlehen mit zehnjähriger Zinsfestschreibung müssen aktuell im Schnitt etwa 3,6 Prozent Zinsen gezahlt werden. Das sind beinahe zwei Prozentpunkte weniger als im Herbst 2008. Auch im langfristigen Vergleich nehmen sich die derzeitigen Konditionen sehr günstig aus. Für ein Baudarlehen mit zehnjähriger Zinsfestschreibung mussten in den zurückliegenden Jahren im Durchschnitt immerhin knapp 4,9 Prozent gezahlt werden. Die Insolvenz als Chance: Dieser Tage besuchte ich den Uhrenhersteller Laco in Pforzheim. In seinen besten Zeiten beschäftigte dieses Unternehmen rund 1.400 Mitarbeiter und produzierte in der Spitze fast 80.000 Rohwerke pro Monat. Vor allem die Flieger- und Beobachtungsuhren mit dem hochwertigen Durowe-Brückenankerwerk standen und stehen bei Sammlern in hohem Ansehen. Neben IWC, Lange & Söhne, Wempe und Stowa gehörte Erich Lacher als Inhaber der Marke Laco zu den fünf autorisierten Remonteuren der großen Luftwaffen-Fliegeruhr. Die Zeit nach dem Zweiten Krieg könnte man – zurückhaltend formuliert – als recht wechselhaft bezeichnen. Vorübergehend war Laco sogar im Besitz des US-Billigproduzenten Timex. Am 30. Juni 2009 dann der erste Schock für Freunde und Sammler dieser Uhren: Laco-Geschäftsführer Horst Günther musste für sein Unternehmen Insolvenz anmelden. Dann wieder Hoffnung: Kienzle übernahm den traditionsreichen Uhrenhersteller im Nordschwarzwald. Doch die neuen Chefs verstanden nach Insider-Informationen vor allem eines: Geld mit vollen Händen zum Fenster hinaus zu werfen – vorzugsweise für Luxuskarossen. Fast wäre Laco in den Strudel der absehbaren Kienzle-Insolvenz gerissen worden. Glücklicherweise fand sich ein neuer Investor, dessen Herz für Uhren schlägt. Die Kollektion – bestehend aus Fliegeruhren, Marineuhren und Einsatzuhren – überzeugt jedenfalls. Vor allem die neue Einsatzuhr hat es mir angetan. Und so ist es auch, aber nicht nur ein Akt der Solidarität mit diesem Unternehmen, dass ich mich spontan auf die Käuferliste für diesen Zeitmesser setzen ließ. Die Edelsteinpreise ziehen wieder kräftig an, hören wir aus Idar-Oberstein. Besonders teuer: unbehandelte Rubine aus Birma in feinen Qualitäten. Auch die Preise für Rubine aus anderen Fundländern steigen deutlich. Tief in die Tasche greifen müssen Edelsteinfreunde ferner für Smaragde von hoher Qualität. Bei Steinen von mittleren Qualitäten hingegen werden aktuell keine Preissteigerungen verzeichnet. Sehr gefragt sind ferner paraibafarbene Turmaline aus Mosambik, aber auch grüne und blaue Turmaline. Mein Tipp: Schauen Sie einfach wieder rein – spätestens im August, wenn unser großer Edelstein-Inside-Report erscheinen wird. Spannende WM-Tage wünscht Ihnen Ihr Michael Brückner
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