Geschrieben von: Michael Brückner   
Brückners Marktkommentar

Naomi Campbells Diamanten und Merkels trübste Tasse

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Fußballweltmeisterschaft (wer denkt eigentlich noch daran?) mögen wir knapp verpasst haben, dafür ist unsere Konjunktur fast schon wieder weltmeisterlich. Oder, um es mit den Worten von ifo-Chef Hans-Werner Sinn auszudrücken: „Die deutsche Wirtschaft ist in Partylaune“. Und eben diese Party scheint allmählich zu berauschen. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle – Merkels trübste Tasse – hält sogar ein Wirtschaftswachstum von über zwei Prozent in diesem Jahr für möglich. Der „Boom ist da“, sagte er dieser Tage in einem Interview.

Gern würden wir Beifall spenden, denn grundsätzlich halten wir es mit Theodor Heuss, der es einmal goldrichtig auf den Punkt brachte: „Der Pessimist ist der einzige Mist, auf dem nichts wächst“.

Versuchen wir es also mit ein wenig Realismus: Ja, dank umfassender Staatshilfen und eines schwachen Euro hat sich die deutsche Wirtschaft als bemerkenswert stabil erwiesen. Tatsächlich brummt es in einigen Branchen. Doch einmal abgesehen davon, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar in den vergangenen Wochen wieder zulegte und damit die deutschen Exporte in diesen Währungsraum verteuerte, ist das Kernproblem noch weit von einer Lösung entfernt: Wie wollen die Staaten jemals ihre riesigen Schuldenberge abbauen? Noch sind die Folgen der in großem Aktionismus verabschiedeten Sparpakete nicht spürbar. Das dürfte sich im nächsten Jahr ändern. Manche Ökonomen erwarten dann den Double Dip – also einen erneuten drastischen Konjunktureinbruch.


Dass Deutschland die Finanz- und Wirtschaftskrise halbwegs glimpflich überstanden hat, ist nicht zuletzt die Folge umfassender staatlicher Konjunkturprogramme. Rund 20 Milliarden Euro gab die Bundesregierung allein für Bauinvestitionen und Gebäudesanierungen aus. Ein großer Teil floss in unsinnige Projekte, wie jetzt der Bundesrechnungshof laut „Spiegel“ (29/10) feststellte. Da entstand ein Kulturhaus für 220.000 Euro in einem Ortsteil mit gerade einmal 300 Einwohnern, ein staatliches Gestüt in Marbach wurde für 7,5 Millionen Euro saniert, im niedersächsischen Schöningen soll ein 15 Millionen Euro teures Erlebniszentrum und Museum für alte Jagdwaffen entstehen. Bei rund neun Prozent der Maßnahmen seien die Förderkriterien nicht eingehalten worden, kritisieren die Prüfer des Rechnungshofes. Macht nicht’s, Hauptsache wir haben Geld in die Wirtschaft gepumpt, heißt es seitens der Befürworter. Man hätte aber auch einfach die Steuern senken und den Bürgern „mehr Netto vom Brutto“ gönnen können. Aber Steuersenkungen sind in Deutschland derzeit megaout. Es ist, als habe sich das Land mit einer Art Fiskal-Masochismus infiziert.


Da wir gerade bei den großen Summen sind: Die jüngste Finanzkrise hat die Weltwirtschaft allein bis Ende 2009 einer Commerzbank-Studie zufolge 7,3 Billionen Euro gekostet. Ausgeschrieben sieht das so aus: 7.300. 000.000.000.


Gold? Total überbewertet, sagen derzeit alle, die ihre Kunden wieder in die Wertpapierfalle locken möchten. Inflationsbereinigt liegt der aktuelle Goldpreis noch erheblich unter seinem Jahresschnitt von 1980. Die Unze Feingold könnte Ende 2010 rund 1.450 US-Dollar kosten, prognostiziert Jochen Hitzfeld, Rohstoffanalyst der UniCredit.


Auch die Diamantpreise zogen in den vergangenen Monaten deutlich an, wir berichteten darüber. Nur eine hat nicht so recht Freude an ihren Preziosen: Noami Campbell, das bisweilen hysterisch um sich schlagende angebliche Topmodel, muss vor dem Sondergerichtshof in Den Haag aussagen, unter welchen Umständen sie vom afrikanischen Ex-Diktator Charles Taylor einen Blutdiamanten geschenkt bekam. An dieser Stelle möchten wir Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, das faktenreiche E-Book von Beda Böni („Blutdiamanten“) empfehlen. Eine kurze Besprechung mit Bezugsquelle finden Sie in unserer Bücherecke.


Dort einmal angelangt, legen wir Ihnen auch die Neuerscheinung „Stilvoll investieren – Geldanlage mit emotionaler Rendite“ an Herz, das von unserer Redaktion verfasst wurde. Sozusagen das Buch zum Online-Journal.

Ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und weiterhin einen inspirierenden Hochsommer.

Ihr Michael Brückner

 
nach oben

Bookmark

Kapitalanlage - Sachwerte unter Favoriten speichern.

Diamant Invest

Investment-Tipp: Juwelsteine bringen Glanz ins Portfolio

Gold und Silber sind so teuer wie nie. Mancher Anleger schaut sich daher nach alternativen Sachwerten um. Immer stärker geraten dabei Edelsteine in den Fokus. Die „fabelhaften Vier“ (Diamanten, Rubine, Saphire und Smaragde) sind in guter Qualität immer schwieriger zu bekommen. Deutliche Preisschwankungen scheinen damit programmiert. Juwelsteine – wie sie in Abgrenzung zu den deutlich billigeren Schmucksteinen genannt werden – gehören wie Gold und Silber zu einer krisenfesten Finanzarchitektur. Aber: Der Investor muss wissen, wo und was er kauft.

Weiter: Investment Juwelsteine...

Wer ist online

Wir haben 10 Gäste online

Anlageformen

Online-Journal - Buchempfehlung

Diamantenbuch

Diamanten als Kapitalanlage

Die Diamant-Branche gilt als sehr diskret und verschlossen. In seinem Buch „Reich mit Diamanten“ berichtet jetzt ein absoluter Insider, unter welchen Voraussetzungen ein Diamant-Investment in Frage kommen sollte: Robert Brachfeld ist Gründer und Inhaber des gleichnamigen Frankfurter Diamant-Import-Unternehmens und Herausgeber des Informationsdienstes www.diamantbericht.de.

Weiter: Diamantenbuch...