| Geschrieben von: Michael Brückner | |||
Von gefährlichen Blasen, luxuriösen Hunden und teuren SteinenLiebe Leserin, lieber Leser, alle jubeln über den XXL-Aufschwung in der Bundesrepublik. Und in der Tat hat sich die deutsche Wirtschaft von den Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise überraschend schnell erholt. Das stimmt verhalten optimistisch, jedoch keineswegs euphorisch. Wie Unternehmer, Manager und Politiker tatsächlich denken, erfuhren wir unlängst auf dem Wirtschaftstag der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Frankfurt – inzwischen immerhin das größte deutsche Unternehmertreffen. Die Krise sei keineswegs vorbei, sagte etwa Friedhelm Loh, Vorstandschef der Friedhelm Loh Group und Präsident des Zentralverbandes Elektrotechnik und Elektroindustrie. Selbst das viel bestaunte deutsche Wirtschaftswachstum in diesem Jahr reiche nicht aus, um den krisenbedingten Einbruch zu kompensieren. Auch in den USA glaubt man offenkundig noch nicht so recht an die Nachhaltigkeit der wirtschaftlichen Erholung: „Die Restaurants in Manhattan sind wieder voll, die Leute fahren dicke Autos, aber viele befürchten, dass noch eine Krise nachkommen könnte“, sagte Rolf Schmidt-Holtz, früher deutscher Journalist, heute CEO von Sony Music Entertainment mit Sitz in New York. Der Luxemburger Premierminister Jean-Claude Juncker machte deutlich, dass es keineswegs damit getan sei, den Euro vorübergehend zu retten: „Wir brauchen Wachstum und mehr Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft. Die derzeitigen Wachstumsraten reichen nicht aus, um die sozialen Sicherungssysteme in einer alternden Gesellschaft dauerhaft erhalten zu können“. Darüber hinaus stellen noch so manche unentschärfte „Zeitbomben“ ein erhebliches Gefahrenpotenzial für die Weltwirtschaft dar. In diesem Zusammenhang sind vor allem die Kreditkarten- und Derivate-Blasen zu nennen. Platzt der Markt mit Derivaten - also abgeleiteten Finanzprodukten - droht ein ökonomisches Armageddon. Wie wär’s mal mit einer Luxussteuer, um den Politikern wieder Verfügungsmasse zum Verprassen zukommen zu lassen?
Vor einigen Monaten schlug ein Fernsehzuschauer allen Ernstes vor, Uhren ab einem Preis von mehr als 200 Euro mit einer Sondersteuer zu belegen. Wer sich einen solchen Zeitmesser gönnt, gehört eben bestraft. Das „Klatschvieh“ – so nennen die Damen und Herren des Fernsehens bisweilen ihre Studiogäste – spendete brav Beifall. Leute, geht’s noch? Merkt Ihr nicht, wie interessierte Kreise Eure offenen oder latenten Neidgefühle instrumentalisieren, um Euch das Geld aus der Tasche zu ziehen? Lasst doch um Himmels Willen nicht zu, dass andere für Euch entscheiden, was Luxus ist. Denkt an die Hundesteuer. Die wurde anno 1810 als Luxussteuer eingeführt. Begründung: Ein Hund legt keine Eier und gibt keine Milch. Also purer Luxus. Heute muss sogar ein Hartz IV-Empfänger die volle Hundesteuer entrichten, entschied das Oberverwaltungsgericht in Münster. Das kommt davon, wenn man den Staat Luxus definieren lässt. By the way: Die Flasche Sekt von Aldi für 2,59 Euro gilt ebenfalls als purer Luxus. Deshalb wird Schaumweinsteuer fällig. Und zwar 1,02 Euro pro Flasche, neben der Mehrwertsteuer natürlich. Interessante Nachrichten erreichen uns von den internationalen Diamantmärkten. „Der Markt für Rohdiamanten ist heiß, der Markt für geschliffene nur lauwarm“, berichtet Russell Shor, Senior Industry Analyst von GIA. Was nicht überraschen kann, denn der Markt für Rohdiamanten eilt dem für geschliffene Steine naturgemäß immer voraus. Das bedeutet im Umkehrschluss: Auch die Preise für geschliffene Steine dürften in den nächsten Wochen und Monaten deutlich steigen. Ich empfehle Ihnen an dieser Stelle noch einmal das ausgezeichnete Standardwerk „Reich mit Diamanten“ des Frankfurter Experten Robert Brachfeld. Die 49 Euro für dieses Buch sind gut investiertes Geld, wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, in Edelsteine zu investieren (erhältlich bei www.amazon.de oder direkt bei www.diamantbericht.de) Ich wünsche Ihnen schöne November-Tage. Sollte es allzu grau und trist werden, schauen Sie einfach mal bei uns rein. Wir berichten demnächst über Fliegeruhren, Silberkunst und Perlen als Kapitalanlage. Ihr Michael Brückner Bild: Andreas Reeg
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