Geschrieben von: Michael Brückner   
Markt und Wirtschaft im Winter

Von Schuldenbergen, Paraiba-Turmalinen und Champagner-Sozialisten

Liebe Leserin, lieber Leser,

Island, Ungarn, Griechenland, Irland, Portugal in Kürze wohl Spanien, vielleicht Italien und Belgien – Europa versinkt im Schuldenchaos. Mit immer neuen Milliardensummen soll der Euro vor dem drohenden Kollaps gerettet werden. „Wir retten den Euro, koste es, was es wolle“, erklärte schon im vergangenen Frühjahr der EU-Währungskommissar Olli Rehn. Eine beunruhigende Aussage, zumindest für alle, die sich vor den unausweichlichen Konsequenzen dramatisch wachsender staatlicher Schuldenberge fürchten.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hangeln sich von Krisengipfel zu Krisengipfel, doch die Märkte sind nur mäßig beeindruckt. Und wenn, dann allenfalls für ein paar Tage. „Der nächste Krisengipfel wird eher früher als später kommen“, brachte es Carsten Brzeski, Volkswirt des niederländischen Finanzkonzerns ING, nach dem vorweihnachtlichen Treffen der EU-Regierungschefs in Brüssel auf den Punkt. Dort hatten die Politiker die Einrichtung eines dauerhaften Krisenmechanismus beschlossen.


Zwar lässt sich die sprichwörtliche Erkenntnis, wonach unter den Blinden der Einäugige König ist, schwerlich bestreiten, doch wirklich überzeugend klingt diese Botschaft nicht. Auch Deutschland – verglichen mit den Euro-Pleitestaaten auf den ersten Blick ein Fels in der Brandung – ächzt unter seiner Schuldenlast. Nie wuchsen die deutschen Staatsschulden so rasant wie im Jahr 2010. Aktuell summieren sich die Schulden von Bund, Ländern, Gemeinden und Nebenhaushalten Schätzungen zufolge auf knapp 2,1 Billionen Euro. Somit wären die deutschen Staatsschulden im Laufe des Jahres 2010 um 325 Milliarden Euro gewachsen. Oder anders ausgedrückt: Tag für Tag legte der Schuldenberg um rund 890 Millionen Euro zu. Für 2011 hat das Bundesfinanzministerium allein Zinszahlungen in Höhe von 61 Milliarden Euro budgetiert.


So beunruhigend einem solide planenden Bürger derlei Zahlen erscheinen mögen, im Vergleich mit den Vereinigten Staaten von Amerika muten Deutschland und die meisten Euro-Länder an wie ein Hort der Stabilität. Die Staatsschulden der USA entsprechen schon derzeit rund 92 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, sie dürften innerhalb der nächsten zwei Jahre auf über 100 Prozent steigen. Vereinfacht ausgedrückt, bedeutet dies, der Wert aller innerhalb eines Jahres in den USA produzierten Güter und erbrachten Dienstleistungen reichte gerade mal aus, um die Altschulden zu tilgen. Allein bei den Chinesen und Japanern stehen die Amerikaner mit knapp 1,8 Billionen US-Dollar in der Kreide. Unabhängige Ratingagenturen bescheinigen den Vereinigten Staaten nur noch eine mittelmäßige Bonität. Die Schweizer Independent Credit View (ICV) zum Beispiel stellt die USA hinsichtlich ihrer Kreditwürdigkeit auf eine Stufe mit Brasilien, Tschechien und Großbritannien. Hinzu kommen die hohen Schulden der amerikanischen Privathaushalte, die sich im laufenden Jahr erneut verschärfen könnten. Roubini Global Economics rechnet mittelfristig mit bis zu weiteren zehn Millionen Zwangsversteigerungen von Immobilien. Hunderte regionaler Banken könnten dadurch in Schieflage geraten. Fröhlich Schulden machen – yes, we can!


Kennen Sie eigentlich Herrn Fibonacci? Leonardo Fibonacci, um präzise zu sein. Er lebte von 1180 bis 1241 in Pisa und ist daher auch als Leonardo da Pisa bekannt. Der Menschheit hinterließ der Mathematiker die so genannten Fibonacci-Zahlen. Dabei handelt es sich um eine unendliche Zahlenreihe, wobei sich die folgende Zahl immer aus der Addition der beiden vorhergehenden Zahlen ergibt. Angeblich ließ sich damit die Vermehrungsgeschwindigkeit von Karnickeln berechnen. Heute gibt es technische Analysten, die daraus Investmentempfehlungen ableiten. Zu unserer Schande müssen wir gestehen, dass wir ausgesprochene Anhänger der Fundamentalanalyse sind. Doch wenn diese mit den technischen Analysen übereinstimmt – um so besser. Die Experten der DZ Bank berichteten dieser Tage von „wichtigen Fibonacci-Projektionen“, die auf einen weiteren Aufwärtstrend beim Gold in Richtung 1600 Dollar hindeuteten. Manche Analysten halten im Laufe des Jahres 2011 sogar einen Preis von 1750 Dollar pro Feinunze für realistisch. Nur zur Erinnerung: Wir sagten schon vor vielen Monaten 2000 Dollar voraus. Viel fehlt nicht mehr.


Von anhaltenden Preissteigerungen berichten auch unsere Edelsteinexperten. So ist zum Beispiel der Mandarin-Granat kaum noch zu finden. Noch seltener und begehrter sind die Paraiba-Turmaline aus Mosambik. Wer einen solchen Stein von sehr guter Qualität und von einem vertrauenswürdigen Händler angeboten bekommt, sollte zugreifen. Selbst der an und für sich günstige Amethyst ist in intensiver Farbqualität in den vergangenen drei Jahren um fast 100 Prozent teurer geworden. Unsere Marktmeinung: Ausgesuchte Farbedelsteine dürften in den nächsten fünf Jahren im Wert deutlich stärker steigen als Diamanten.

Schauen Sie sich an Silvester nicht nur Dinner for one an, sondern auch die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin. Denn es dürfte ihre letzte sein. Die Prognosen sind eindeutig: Union und FDP werden die kommenden Landtagswahlen krachend verlieren. Den Liberalen droht einmal mehr die Bedeutungslosigkeit. Guido Westerwelle gibt den tapferen Kapitän auf der Brücke. Dabei ist seiner Aufmerksamkeit entgangen, dass sich kaum noch Passagiere an Bord befinden und sich seine „Offiziere“ benehmen wie im Tollhaus. Schadenfreude empfinden wir darob keineswegs. Denn die Alternativen der Opposition in der Person von Herrn Gabriel und der Champagner-Sozialisten rund um den Linken-Chef Klaus Ernst schrecken uns eher ab.

Ich wünsche Ihnen dennoch wunderschöne Feiertage und einen Start nach Maß ins neue Jahr.

Ihr Michael Brückner

 
nach oben

Bookmark

Kapitalanlage - Sachwerte unter Favoriten speichern.

Diamant Invest

Investment-Tipp: Juwelsteine bringen Glanz ins Portfolio

Gold und Silber sind so teuer wie nie. Mancher Anleger schaut sich daher nach alternativen Sachwerten um. Immer stärker geraten dabei Edelsteine in den Fokus. Die „fabelhaften Vier“ (Diamanten, Rubine, Saphire und Smaragde) sind in guter Qualität immer schwieriger zu bekommen. Deutliche Preisschwankungen scheinen damit programmiert. Juwelsteine – wie sie in Abgrenzung zu den deutlich billigeren Schmucksteinen genannt werden – gehören wie Gold und Silber zu einer krisenfesten Finanzarchitektur. Aber: Der Investor muss wissen, wo und was er kauft.

Weiter: Investment Juwelsteine...

Wer ist online

Wir haben 10 Gäste online

Anlageformen

Online-Journal - Buchempfehlung

Spuhrensuche - Uhrenbuch

Auf SpUHRENsuche: Viertes Uhrenbuch von Michael Brückner

Zur Recherche seines vierten Uhrenbuches war Michael Brückner wieder viel unterwegs. Er besuchte Ateliers und Manufakturen von Hamburg (Juwelier Heinecke) bis Regensburg (Damasko), von Saarbrücken (Nivrel) bis Glashütte (Nautische Instrumente Mühle), von Berlin (Mola Watches) bis Mannheim (Lottermann & Söhne), von Kalbe in Sachsen-Anhalt (Dornblüth) bis Bielefeld (Sothis).

Weiter: SpUHRENsuche...