Das große Silber-ABC:
Alles auf einen Blick
Gold wird gehortet, Silber wird verbraucht. Und deshalb ist das weiße Edelmetall trotz bisweilen heftiger Kursschwankungen als Anlagemedium gerade in Krisenzeiten äußerst interessant. Alle Fachbegriffe rund um das Silber haben wir für Sie zusammengestellt. Zusätzlich ein wichtiger Tipp für alle Silberfreunde: Rechtzeitig vor Weihnachten erscheint ein neues Silberbuch der Extraklasse von einem der profundesten Kenner dieses Edelmetalls. Wir informieren Sie, sobald die Auslieferung feststeht. Schauen Sie in den nächsten Wochen einfach mal häufiger bei uns vorbei.
Begriffe zu Silber
Affinieren:
Münztechnischer Ausdruck für das Scheiden des Kupfers aus edelmetallhaltigen Münzen, also zum Beispiel aus Silbermünzen. Ziel ist es, mithilfe dieser Trennung höherwertige Münzmetalle zu gewinnen.
Ag:
Elementsymbol für Silber. Die Ordnungszahl des Silbers als chemisches Element ist 47. Silber gehört zur Gruppe der Übergangsmetalle. Das Elementsymbol Ag leitet sich vom lateinischen Wort argentum für „Silber“ ab.
AINP:
Steht für Association Internationale des Numismates Professionels. Im Jahr 1951 in der Schweiz gegründeter Verband von Münzhändlern mit dem Ziel der internationalen Förderung der Numismatik.
Anlagemünzen:
(Silber-)Münzen, die vor allem Anlagezwecken dienen. Das heißt, dem Käufer geht es darum, physisches Silber zu erwerben. Anlagemünzen werden meist in hoher Auflage und höchster Reinheit geprägt. Zu den bekanntesten gehören der Wiener Philharmoniker, das Canadian Maple Leaf sowie die australische Kookaburra-Silbermünze. Im Gegensatz zu Anlagemünzen können Sammlermünzen einen Wert aufweisen, der über dem des Materials liegt (Sammler-Zuschlag).
Argentum:
Lateinisch für Silber Ag
Avers:
Bezeichnung für die Haupt- bzw. Vorderseite einer Münze. Der Begriff leitet sich vom lateinischen adversus ab, was soviel bedeutet wie vorn oder zugekehrt. Üblich ist die Abkürzung Av. Auf der Vorderseite einer Münze erscheinen in der Regel die Hoheitszeichen des betreffenden Staates, der die Münze ausgibt.
Barren:
Für den Handel übliche Form von eingeschmolzenen und anschließend erstarrten Edelmetallen. Bei der Form des Barren wird auf eine gute Stapelbarkeit geachtet. Achtung: Für Silberbarren müssen in Deutschland 19 Prozent Mehrwertsteuer gezahlt werden, für Silbermünzen und Münzbarren hingegen nur 7 Prozent.
Britannia:
Sehr bekannte britische Anlagemünze aus Silber. Erstmals geprägt wurde diese Münze im Jahr 1997 von der Prägestätte „The British Royal Mint“, Die Feinheit liegt bei 958/1000 und damit unter jener anderer Anlagemünzen.
Bullion Coins:
Englischer Begriff für Barrenmünzen. Bullion Coins stehen synonym für Anlagemünzen aus Edelmetallen, wie etwa Silber, Gold, Platin oder Palladium. Im Gegensatz zu den Sammlermünzen steht nicht das Motiv, sondern der Materialwert der Münze im Vordergrund. Silber-Investoren sollten daher auf Bullion Coins setzen.
Casa de Moneda:
Münzprägestätte in der mexikanischen Stadt San Luis Potosi. Älteste Münzprägestätte des amerikanischen Kontinents (gegründet 1535). Die Prägeanstalt stellt die Silbermünze Libertad her.
COMEX:
Abkürzung für Commodities Exchange. New Yorker Börse für Rohstoffe (Aluminium, Gold, Kupfer und Silber), gegründet am 5. Juli 1933. Anfang August 1994 wurde die COMEX mit der NYMEX (New York Mercantile Exchange) verschmolzen, an der unter anderem Benzin, Erdgas, Erdöl, Kaffee, Kohle, Palladium, Platin und Stahl gehandelt werden. Im Jahr 2008 kaufte die CME Group, eine der weltgrößten Optionsbörsen mit Sitz in Chicago, die NYMEX.
Cook Islands:
(häufig auch Cookinseln genannt) Inselrepublik im Südpazifik, frei assoziiert mit Neuseeland. Auf dem Archipel leben rund 18.300 Einwohner. Die Regierung der Cook Islands lässt bei der Perth Mint in Australien Münzen prägen, die bei Anlegern und Sammlern gleichermaßen begehrt sind. In Pforzheim lassen die Cook Island ihre silbernen Münzbarren herstellen.
Commodity:
Waren, die in genau definierten Qualitätsstandards an den Börsen gehandelt werden, zum Beispiel Getreide und Kaffee oder aber Rohstoffe wie Silber und Gold.
Duktilität:
Eigenschaft eines Werkstoffs, sich bei übermäßiger Belastung zunächst zu verformen, bevor es bricht. Silber zeichnet sich durch eine hohe Duktilität aus. Glas hingegen ist kaum duktil. Es bricht, noch bevor sich eine Verformung feststellen lässt.
Edelmetalle:
Unter diesen Begriff fallen Metalle, die nur schwer mit anderen Stoffen reagieren. „Edel“ steht in der Chemie für „reaktionsarm“ oder „reaktionsträge“. Das heißt, Edelmetalle reagieren zum Beispiel im Gegensatz zu Eisen nicht sehr schnell mit Sauerstoff und bilden keinen Rost. Zu den Edelmetallen gehören neben Silber und Gold auch Palladium und Platin.
Emission:
Dieser Begriff steht für die Gesamtheit der ausgegebenen Münzen und Banknoten einer Prägeanstalt oder Bank.
ETC:
Abkürzung für Exchange Traded Commodities. Unbefristete Schuldverschreibungen, die physisch mit den Basiswerten (also zum Beispiel Silber) besichert werden.
ETF:
Abkürzung für Exchange Traded Funds. Börsennotierte Fonds, die es auch auf der Basis von Edelmetallen gibt, also etwa Gold- oder Silber-ETFs.
Feinheit:
Münzen bestehen häufig aus Legierungen, das heißt, dem Gold oder Silber wird ein anderes Metall beigemischt. Die Feinheit gibt Auskunft über den tatsächlichen Anteil von Silber oder Gold. Sie wird in Tausendstel angegeben. Ein Beispiel: Die silberne Britannia weist einen Feingehalt von 958/1000 auf, das heißt, der Silberanteil liegt bei 95,8 Prozent. Bei einem Anteil von 999/1000 spricht man von Feinsilber beziehungsweise Feingold.
Fleur de coin:
Französische Bezeichnung für den numismatischen Begriff „Stempelglanz“, mit dem der Erhaltungszustand einer Münze bezeichnet wird.
Förderländer:
Die größten Silberförderländer sind Peru, Mexiko, China, Chile, Australien, die USA, Polen, Kanada und Südafrika.
Gedenkmünze:
Wer Silber- oder Goldmünzen kauft, sollte schon aus steuerlicher Sicht genau zwischen Anlage- und Gedenkmünzen unterscheiden. Denn nur für reine Anlagemünzen gilt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 9 Prozent. Gedenkmünzen werden in der Regel fast ausschließlich für Sammler geprägt. Als Zahlungsmittel werden diese Münzen normalerweise nicht genutzt, da sie meist zu einem Ausgabepreis verkauft werden, der über dem Nennwert liegt.
Gegossene Münzen:
Sie entstehen durch das Eingießen flüssigen Metalls in eine Form, ähnlich dem gegossenen Barren. Üblich sind heute indessen geprägte Münzen.
Gepräge:
Dieser Begriff umfasst das Bild der Münze sowie die Inschrift einer geprägten Münze.
German Silver:
Synonym für Neusilber. Bezeichnung für eine Kupfer-Nickel-Zink-Legierung mit hoher Korrosionsbeständigkeit und Festigkeit. Nach der Patentanmeldung für die sogenannte Löffelwalze im Jahr 1938 durch Alfred Krupp wurde German Silver zur industriellen Fertigung von Essbestecken eingesetzt. Überdies wurden zahlreiche Gedenkmünzen der ehemaligen DDR aus German Silver hergestellt.
„Good-delivery“:
Englischer Begriff, steht für „in guter Auslieferung“. Er steht gleichsam als Gütesiegel für Edelmetallbarren, das die eingeprägte oder gestanzte Feinheit und das Gewicht bestätigt. Barren dieser Art entsprechen dem Weltstandard und werden daher rund um den Globus gehandelt und akzeptiert.
Granulat:
Dabei handelt es sich um feinkörniges Silber. Es wird überwiegend in der Schmuckproduktion verwendet. Bei der Herstellung von Granulat fällt eingeschmolzenes Silber durch einen Sieb in ein Behältnis mit kaltem Wasser.
Handgehoben:
Dieser Begriff steht für Münzen, die von Hand aus der Prägemaschine entnommen werden und so nicht mit anderen Münzen in Berührung kommen können. Es handelt sich entweder um Münzen in der Qualität „Stempelglanz“ oder „Silberglanz“, da sie sofort verpackt werden.
Heiermann:
In bestimmten Regionen Deutschlands früher übliche Bezeichnung für die ehemalige 5-D-Mark-Münze, die einen bestimmten Anteil Silber enthielt.
Inkuse Münze:
Bezeichnung für antike Münzen, deren erhabenes Relief der Vorderseite auf der Rückseite vertieft erscheint. Für die Herstellung von inkusen Münzen werden zwei Stempel verwendet.
Inschrift:
Geprägte Münzaufschrift.
ISO-Währungscode:
Von der International Standardization Organization festgesetzte und aus drei Buchstaben bestehende Kennung für verschiedene internationale Währungen, zum Beispiel USD für US-Dollar. Der ISO-Währungscode für Silber lautet XAG, jener für Gold XAU.
Jubiläumsmünzen:
Gedenkmünzen, die zu außergewöhnlichen Anlässen auf den Markt kommen. Das können königliche Hochzeiten oder auch Thronjubiläen sein. Für Kapitalanleger sind solche Münzen in aller Regel uninteressant, sie kommen allenfalls für Sammler in Frage.
Känguruh:
Nach dem in Australien lebenden Beuteltier benannte Anlage-Münze. Sie wird seit dem Jahr 1993 mit einer Unze Gewicht ausgegeben und weist eine Feinheit von 999/1000 Silber auf.
Koala:
Diese Anlage-Silbermünze kommt ebenfalls aus Australien und wurde erstmals im Jahr 2007 herausgegeben. Sie wird ausschließlich aus 999/1000 Silber geprägt.
Kookaburra:
Sicher die bekannteste australische Anlagemünze. Sie wurde im Jahr 1990 von der australischen Prägeanstalt Perth Mint herausgebracht. Auf der Motivseite ist der Kookaburra, der größte Vertreter in der Familie der Eisvögel, dargestellt.
Kurantmünzen:
Münzen, bei denen der Edelmetallgehalt dem tatsächlichen Geldwert entspricht. Kurantmünzen bestehen meist aus Silber oder Gold.
Königssilber:
Im Mittelalter übliche Bezeichnung für 958er Silber. Seinerzeit wurde Königssilber als „reines Silber“ angesehen.
Legierung:
Metallischer Werkstoff, der aus mindestens zwei Elementen besteht.
Libertad:
In Mexiko geprägte Anlage-Silbermünze, die erstmals im Jahr 1982 auf den Markt kam und eine Feinheit von 999/1000 aufweist. Sie gilt überdies als die erste Anlage-Silbermünze.
Lunar:
Nach dem chinesischen Mondkalender benannte Anlagemünze.
Maple Leaf:
Silber-Anlagemünze aus Kanada, die 1988 erstmals mit einem Gewicht von einer Feinunze und aus 999/1000 Silber geprägt wurde. Das Maple Leaf ist das Blatt des kanadischen Ahornbaums.
Maria-Theresien-Taler:
Silbermünze aus dem 18. Jahrhundert, die immer mit der Jahresangabe 1780, einem Feingehalt von 833/1000 und einem Gewicht von 28,06 Gramm gemünzt wurde. Die Münze war so beliebt, dass sie in ihrer Form von 1780 bis ins 20. Jahrhundert in Mittelafrika eines der begehrtesten Zahlungsmittel blieb.
Medaille:
Gedenk- oder Schauprägung, die zu besonderen Gelegenheiten hergestellt, als Ehrenauszeichnung vergeben oder als Schmuck oder Kunstobjekt (Medaillon) geschaffen wird. Im Gegensatz zur Münze ist eine Medaille kein offizielles Zahlungsmittel und wird daher auch mit keinem Nennwert versehen.
Numismatik:
Wissenschaft, die sich mit Geld, vor allem mit Münzen und deren Geschichte beschäftigt.
Obverse:
Englischer Begriff für die Vorderseite/Hauptseite einer Münze oder Medaille.
Optionen:
Optionen (bzw. Optionsscheine als verbriefte Variante) sind abgeleitete Finanzprodukte (Derivate), die sich auf ein bestimmtes Basisprodukt beziehen, also zum Beispiel Aktien, Währungen oder Edelmetalle. Der Inhaber einer Call-Option hat das Recht, eine bestimmte Menge des Basisprodukts zu einem vereinbarten Termin und einem festgelegten Preis zu kaufen. Der Inhaber einer Put-Option sichert sich das Recht zum Verkauf.
Oxidation:
Gelbliche, bräunliche oder schwärzliche Patinaspuren bei Silber sind eine Folge von Oxidation. Sie gelten als Zeichen der Echtheit.
Oz:
Abkürzung für Unze.
Palladium:
Seltenes, silberweißes Edelmetall. Sein chemisches Verhalten gleicht dem des Platins. Palladium ist auch das leichteste Element der Platingruppe.
Platin:
Schweres, schmied- und dehnbares, grauweißes Edelmetall. Wird unter anderem eingesetzt zur Fertigung von Laborgeräten und Katalysatoren sowie zur Herstellung von Zahnimplantaten.
Polierte Platte:
(Abkürzung: PP) Der Begriff beschreibt ein bestimmtes Herstellungsverfahren von Münzen und steht gleichzeitig für den besten Erhaltungsgrad. PP-Münzen werden aus polierten Ronden mit speziell polierten Stempeln mehrfach geprägt. Die Fläche erscheint reflektierend, die Erhebungen hingegen scheinen matt zu sein. PP-Münzen sind bei Sammlern sehr begehrt und erzielen meist deutliche Preisaufschläge.
Prägefrisch:
Prägefrische Münzen sind unzirkuliert, stammen aber aus der laufenden Produktion und sind nicht handgehoben. Prägefrische Münzen weisen den Erhaltungszustand „Stempelglanz“ auf, sofern sie nicht bei der Herstellung oder beim Transport beschädigt wurden.
Proof:
Englische Bezeichnung für Polierte Platte.
Quecksilber:
Der Begriff steht für „flüssiges Silber“. Giftiges chemisches Element. Es handelt sich um das einzige Metall, das bei Normalbedingungen flüssig ist. Es ist, wie jedes andere Metall, elektrisch leitfähig.
Revers:
Bezeichnung für Rückseite einer Münze.
Ronde:
Synonym für Schrötling oder Platte. Diese Begriffe bezeichnen den Münzrohling vor der Prägung.
Silber Fixing:
Regelmäßig zur gleichen Tageszeit vorgenommene Festlegung fester Referenzpreise für das Silber. Der Silberpreis wird montags bis freitags telefonisch jeweils um 12 Uhr gefixt.
Silberfutures:
Terminkontrakte auf Silber, die an verschiedenen Börsen rund um die Welt gehandelt werden können.
Silber Panda:
Chinesische Anlagemünze aus 999/1000-Silber, die mit wechselnden Motiven in verschiedenen Stückelungen seit dem Jahr 1983 geprägt wird.
Silberwasser:
Synonym für Kolloidales Silber. Dabei handelt es sich um destilliertes Wasser mit ultrafeinen Silberpartikeln (Nanosilber). Aufgrund seiner keimtötenden Eigenschaften wird Silberwasser mitunter als Alternative zu Antibiotika eingesetzt.
Troy:
Der Begriff geht zurück auf die französische Stadt Troyes, einen mittelalterlichen Handelsplatz. Wird zusammen mit dem Begriff Unze benutzt. Ist im Zusammenhang mit Edelmetallgewichten von „Unzen“ die Rede, dann handelt es sich generell um „troy ounce“, sie entspricht 31,1034807 Gramm.
Unze:
Gewichts- und Maßeinheit, insbesondere bei Edelmetallen. Eine Unze entspricht 31,1034807 Gramm. Die Unze ist das Zwölftel eines Pfundes.
Unzirkuliert:
Dieser numismatische Begriff steht für bankfrische Münzen, die sich noch nicht im Umlauf befanden (also noch nicht zirkuliert sind).
Volatilität:
Schwankungsintensität von Preisen und Kursen. Edelmetalle zeichnen sich durch eine hohe Volatilität aus, das heißt, die Preise können stark steigen oder fallen.
Wiener Philharmoniker Münze:
Name der ersten europäischen Anlagemünze aus Silber, die seit dem 1. Februar 2008 von der Österreichischen Münze in der Stückung 1 Unze und mit einem Feingehalt von 999/1000 geprägt wird.
XAG:
International geltendes Währungskürzel für Silber.
Zollfreilager:
Investoren können ihre physischen Edelmetallbestände in einem Zollfreilager aufbewahren lassen, zum Beispiel in der Schweiz. Sie sparen damit die beim Kauf fällige Mehrwertsteuer. Lässt sich der Kunde später seine im Zollfreilager aufbewahrten Münzen oder Barren aushändigen, muss er die Mehrwertsteuer nachträglich entrichten.
|